Cozido à Portuguesa – Portugals klassischer Eintopf

Cozido à Portuguesa ist eines der bekanntesten und traditionsreichsten Gerichte der portugiesischen Küche. Es handelt sich um einen reichhaltigen Eintopf, der verschiedene Fleischsorten, Würste und Gemüse vereint. Das Gericht steht sinnbildlich für die portugiesische Esskultur: bodenständig, sättigend und stark regional geprägt. Cozido wird in ganz Portugal gekocht, doch jede Region hat ihre eigene Variante. Genau diese Vielfalt macht den Reiz dieses Klassikers aus.

Seinen Ursprung hat Cozido à Portuguesa in der bäuerlichen Küche. Früher wurde verwertet, was Hof und Garten hergaben. Fleisch von Schwein, Rind oder Huhn wurde zusammen mit saisonalem Gemüse langsam gekocht. Das Ziel war ein nahrhaftes Essen für große Familien. Noch heute ist Cozido ein typisches Sonntagsgericht, das Zeit, Ruhe und Gemeinschaft symbolisiert.

In Portugal gilt Cozido nicht als Alltagsgericht. Es wird bewusst gekocht, oft für mehrere Personen. Die Zubereitung ist zeitaufwendig, aber nicht kompliziert. Entscheidend sind gute Zutaten und Geduld.


Typische Zutaten für Cozido à Portuguesa

Die Zutatenliste ist lang, aber klar strukturiert. Wichtig ist die Kombination aus Fleisch, Würsten und Gemüse. Die genaue Auswahl variiert je nach Region.

Fleischsorten

  • Rindfleisch (z. B. Brust oder Wade)
  • Schweinebauch
  • Schweinerippchen
  • Schweineschulter oder -nacken
  • Hähnchen oder Suppenhuhn

Portugiesische Würste

  • Chouriço de Carne
  • Chouriço de Sangue (Blutwurst)
  • Farinheira
  • Morcela

Gemüse

  • Weißkohl oder Wirsing
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Steckrüben oder Kürbis
  • Lauch
  • Zwiebeln

Beilagen

  • Reis (im Sud gekocht)
  • Kichererbsen oder weiße Bohnen

Diese Kombination sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fleisch, Gemüse und Sättigungsbeilagen. Gewürzt wird sehr zurückhaltend. Salz reicht meist aus, da die Würste viel Aroma abgeben.


Regionale Unterschiede in Portugal

Nach etwa 250 Wörtern lohnt sich ein Blick auf die regionalen Varianten. Sie zeigen, wie vielseitig Cozido à Portuguesa ist.

Norden Portugals

Im Norden ist Cozido besonders deftig. Hier werden oft mehr Schweinefleisch und kräftige Würste verwendet. Blutwurst ist fast immer Bestandteil.

Zentralportugal

In der Beira-Region kommen häufiger Bohnen und regionales Wurzelgemüse zum Einsatz. Das Gericht ist etwas ausgewogener, aber weiterhin sehr kräftig.

Alentejo

Im Alentejo wird Cozido oft rustikaler serviert. Die Zutaten sind einfacher, dafür stehen Qualität und Herkunft im Vordergrund.

Algarve

An der Algarve ist Cozido etwas leichter. Häufig wird weniger Fleisch verwendet, dafür mehr Gemüse. Manche Varianten enthalten sogar Süßkartoffeln.

Trotz aller Unterschiede bleibt die Grundidee gleich. Alles wird gemeinsam gekocht, anschließend getrennt serviert.


Originalrezept: Cozido à Portuguesa

Zutaten für 4–6 Personen

Fleisch und Würste

  • 600 g Rindfleisch
  • 500 g Schweinebauch/ Schweinerippchen
  • 300 g Huhn
  • 1 Chouriço de Carne
  • 1 Morcela
  • 1 Farinheira

Gemüse und Beilagen

  • 1 Weißkohl oder Wirsing
  • 500 g Karotten 4–6 mittelgroße Karotten
  • 1 kg Kartoffeln
  • 1 Lauchstange
  • 300 g gekochte Kichererbsen
  • 1 große Zwiebel

Gewürze

  • Salz
  • Optional: Lorbeerblatt

Zubereitung Schritt für Schritt

Schritt 1: Fleisch kochen

Rindfleisch, Schweinefleisch und Huhn in einen großen Topf geben. Mit kaltem Wasser bedecken. Langsam zum Kochen bringen. Dabei entstehenden Schaum abschöpfen. Leicht salzen und etwa 60 Minuten sanft köcheln lassen.

Schritt 2: Würste hinzufügen

Die Würste im Ganzen in den Topf legen. Weitere 30 Minuten köcheln lassen. Die Farinheira sollte eventuell separat gegart werden, da sie leicht platzt.

Schritt 3: Gemüse garen

Karotten, Lauch und Kartoffeln grob schneiden. Kohl vierteln. Das Gemüse nach und nach in den Sud geben. Weitere 30 Minuten garen, bis alles weich ist.

Schritt 4: Beilagen zubereiten

Einen Teil der Brühe abnehmen. Darin Reis kochen. Kichererbsen kurz in der Brühe erwärmen.

Schritt 5: Servieren

Fleisch und Würste in Scheiben schneiden. Gemüse separat anrichten. Alles gemeinsam auf einer großen Platte servieren. Brühe kann separat gereicht werden.


Servierweise und Tradition

Cozido à Portuguesa wird traditionell nicht vermischt serviert. Fleisch, Würste, Gemüse und Beilagen liegen getrennt auf großen Platten. Jeder nimmt sich, was er möchte. Diese Art des Servierens unterstreicht den gemeinschaftlichen Charakter des Gerichts.

Oft wird Cozido von einfachem Weißbrot begleitet. Ein Glas Rotwein aus dem Alentejo oder dem Douro passt sehr gut dazu.


Nährwerte und Sättigung

Cozido ist ein sehr nahrhaftes Gericht. Es liefert Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett in ausgewogener Form. Durch das viele Gemüse enthält es zudem Ballaststoffe. Aufgrund der Würste ist der Salzgehalt höher. Deshalb wird meist sparsam nachgewürzt.


Tipps für authentischen Geschmack

  • Koche alles langsam, niemals sprudelnd
  • Brühe nicht wegschütten – sie ist geschmacklich wertvoll
  • Am nächsten Tag schmeckt Cozido oft noch besser

Fazit

Cozido à Portuguesa ist mehr als ein Eintopf. Es ist ein Stück portugiesischer Esskultur. Das Gericht steht für Tradition, Gemeinschaft und Bodenständigkeit. Wer Portugal kulinarisch verstehen möchte, kommt an Cozido nicht vorbei. Die Zubereitung braucht Zeit, doch der Aufwand lohnt sich.


Weiterführende Links:

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