Die Francesinha gehört zu den bekanntesten und zugleich deftigsten Gerichten Portugals. Ursprünglich stammt sie aus der Stadt Porto und gilt dort bis heute als kulinarisches Wahrzeichen. Dieses mächtige Sandwich ist nichts für den schnellen Hunger. Es steht für Genuss, Geselligkeit und eine Küche, die keine halben Sachen macht.
Charakteristisch für die Francesinha sind mehrere Fleischsorten, geschmolzener Käse, eine dicke Scheibe Toastbrot und vor allem die unverwechselbare, würzige Sauce. Serviert wird das Ganze traditionell mit Pommes frites und oft mit einem Spiegelei on top.
In diesem Beitrag erfährst du nicht nur die Geschichte der Francesinha, sondern bekommst auch ein originalnahes Rezept, das du problemlos zu Hause nachkochen kannst.
Herkunft und Geschichte der Francesinha
Die Geschichte der Francesinha beginnt in den 1950er-Jahren. Portugiesische Auswanderer, die in Frankreich gearbeitet hatten, brachten Inspirationen aus der französischen Küche mit zurück nach Porto. Als Vorbild diente das Croque Monsieur.
Ein Koch aus Porto passte dieses Konzept jedoch an den portugiesischen Geschmack an. Mehr Fleisch, Würze und mehr Sauce. So entstand die Francesinha, deren Name sinngemäß „kleine Französin“ bedeutet.
Anders als ihr französisches Vorbild entwickelte sich die Francesinha rasch zu einem eigenständigen Gericht. Heute findet man sie in nahezu jeder traditionellen Taverne in Porto, oft mit leicht abgewandelten Rezepturen. Besonders die Sauce ist häufig ein gut gehütetes Geheimnis.
Was macht eine echte Francesinha aus?
Eine originale Francesinha besteht immer aus mehreren klar definierten Komponenten. Abweichungen gibt es, doch das Grundprinzip bleibt gleich.
Typisch sind:
- Weißbrot oder Toast
- Rindersteak
- Kochschinken
- Linguica oder Chouriço
- Geschmolzener Käse (meist Queijo Flamengo)
- Eine würzige, warme Sauce auf Tomaten- und Bierbasis
Optional kommt ein Spiegelei hinzu. Serviert wird das Gericht fast immer mit Pommes frites und einem kühlen Getränk.
Zutaten für eine klassische Francesinha (2 Portionen)
Für das Sandwich
- 4 Scheiben Toastbrot
- 2 Rindersteaks (je ca. 120–150 g)
- 4 Scheiben Kochschinken
- 2 portugiesische Würste (Linguica oder Chouriço)
- ca. 8–10 Scheiben milder Schnittkäse (z. B. Queijo Flamengo oder Gouda)
- 2 Eier (optional)
Für die Francesinha-Sauce
- 1 Zwiebel, fein gehackt
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Dose stückige Tomaten
- 200 ml Bier
- 100 ml Rinderfond
- 2 EL Tomatenmark
- 1 EL Butter
- 1 EL Mehl
- 1 Lorbeerblatt
- 1 Schuss Portwein oder Brandy
- Salz, Pfeffer
- Piri-Piri oder Chili nach Geschmack
Die Francesinha-Sauce – das Herz des Gerichts
Die Sauce entscheidet darüber, ob eine Francesinha durchschnittlich oder herausragend schmeckt. Sie muss würzig, leicht scharf und samtig sein. Gleichzeitig darf sie nicht zu dominant wirken.
Zubereitung der Sauce
- Butter in einem Topf schmelzen.
- Zwiebel und Knoblauch glasig dünsten.
- Tomatenmark einrühren und kurz anrösten.
- Mehl einstreuen und gut verrühren.
- Mit Bier ablöschen und kurz aufkochen lassen.
- Tomaten, Rinderfond und Lorbeerblatt hinzufügen.
- Alles etwa 20 Minuten sanft köcheln lassen.
- Portwein oder Brandy einrühren.
- Mit Salz, Pfeffer und Piri-Piri abschmecken.
- Sauce fein pürieren und warm halten.
Die Konsistenz sollte dickflüssig sein, aber noch gut über das Sandwich laufen.
Francesinha Schritt für Schritt zubereiten
1. Fleisch vorbereiten
Die Würste in der Pfanne rundum anbraten und warm halten. Danach die Rindersteaks kurz und kräftig anbraten. Sie sollten innen noch saftig bleiben.
2. Sandwich schichten
Eine Scheibe Toast auf einen hitzefesten Teller legen. Darauf folgen Steak, Schinken und Wurst. Mit einer zweiten Toastscheibe abdecken.
Nun das gesamte Sandwich großzügig mit Käsescheiben belegen. Seiten nicht vergessen.
3. Überbacken
Das Sandwich im Ofen bei etwa 200 °C überbacken, bis der Käse vollständig geschmolzen ist.
4. Sauce und Ei
Die heiße Sauce großzügig über das Sandwich gießen. Optional ein Spiegelei obenauf setzen.
Servieren wie in Porto
In Porto wird Francesinha meist in tiefen Tellern serviert. Die Sauce umschließt das Sandwich fast vollständig. Pommes liegen entweder im Teller oder separat.
Dazu passt klassisch ein kaltes Bier oder ein Glas Vinho Verde. Besteck ist Pflicht. Fingerfood ist die Francesinha definitiv nicht.
Varianten der Francesinha
In Portugal existieren zahlreiche Abwandlungen:
- Francesinha Especial mit zusätzlichem Fleisch
- Francesinha de Frango mit Hähnchen
- Vegetarische Francesinha mit Pilzen und Gemüse
- Francesinha à Poveira mit Meeresfrüchten
Allen gemeinsam bleibt die Sauce als zentrales Element.
Nährwerte und Genussfaktor
Die Francesinha ist kein Diätgericht. Sie liefert viel Energie, Eiweiß und Fett. Genau deshalb wird sie in Portugal oft als Mittag- oder Abendessen gewählt, wenn Zeit und Hunger vorhanden sind.
Als gelegentlicher Genuss passt sie hervorragend in eine ausgewogene Küche.
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