Ein Klassiker der portugiesischen Küche
Die Feijoada à Portuguesa gehört zu den traditionsreichsten Gerichten Portugals. Sie ist kein leichtes Alltagsessen, sondern ein kräftiger Eintopf, der seit Jahrhunderten vor allem in ländlichen Regionen geschätzt wird. Der Name leitet sich vom portugiesischen Wort feijão ab, was Bohne bedeutet. Bohnen bilden die Basis dieses Gerichts und werden mit verschiedenen Fleischsorten, Würsten und Gemüse kombiniert.
Anders als die brasilianische Feijoada, die international bekannter ist, variiert die portugiesische Variante stark je nach Region. Besonders verbreitet ist sie im Norden Portugals, etwa in Porto, Braga oder im Minho. Dort gilt sie als typisches Sonntagsgericht und wird häufig in großen Töpfen für die ganze Familie gekocht.
Die Feijoada ist bodenständig. Sie entstand aus der Notwendigkeit, vorhandene Zutaten sinnvoll zu verwerten. Fleischreste, Bohnen aus eigener Ernte und saisonales Gemüse wurden zusammen langsam gegart. Genau diese Einfachheit macht den Charakter des Gerichts aus.
Herkunft und kulturelle Bedeutung
Historisch lässt sich die Feijoada bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Bohnen waren damals ein wichtiges Grundnahrungsmittel, da sie lange haltbar und nährstoffreich sind. Schweinefleisch spielte ebenfalls eine zentrale Rolle, da fast alle Teile des Tieres verwendet wurden. Die Feijoada wurde so zu einem Symbol für eine Küche ohne Verschwendung.
In Portugal steht dieses Gericht für Gemeinschaft. Es wird selten nur für eine Person gekocht. Stattdessen kommt die Familie zusammen, oft am Wochenende. In Restaurants findet man Feijoada meist als Tagesgericht, nicht als dauerhaftes Menüelement. Das unterstreicht ihren traditionellen Charakter.
Typische Zutaten der Feijoada à Portuguesa
Die Zutaten können regional variieren. Dennoch gibt es eine klassische Basis, die fast immer verwendet wird:
- Getrocknete rote oder weiße Bohnen
- Schweinebauch
- Schweinerippchen
- Chouriço
- Morcela (Blutwurst)
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Lorbeerblätter
- Tomaten oder Tomatenmark
- Olivenöl
- Salz und Pfeffer
Als Beilage sind weißer Reis und Couve Galega (portugiesischer Blattkohl) üblich. In manchen Regionen wird zusätzlich Karotte oder Weißkohl mitgekocht.
Feijoada à Portuguesa – Original Rezept
Zutaten für 4 Personen
Für den Eintopf
- 400 g getrocknete Bohnen
- 300 g Schweinebauch
- 300 g Schweinerippchen
- 1 Chouriço
- 1 Morcela
- 2 große Zwiebeln
- 3 Knoblauchzehen
- 2 Lorbeerblätter
- 3 EL Olivenöl
- 2 EL Tomatenmark
- Salz
- Schwarzer Pfeffer
Beilagen
- 300 g Langkornreis
- 1 Bund Couve Galega oder Grünkohl
Zubereitung Schritt für Schritt
Bohnen vorbereiten
Die Bohnen werden mindestens 12 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht. Anschließend das Wasser abgießen und die Bohnen gründlich abspülen.
Fleisch vorkochen
Schweinebauch und Rippchen in grobe Stücke schneiden. In einem großen Topf mit Wasser etwa 30 Minuten vorkochen. Dadurch wird das Fleisch zarter und überschüssiges Fett reduziert. Das Kochwasser aufbewahren.
Basis ansetzen
Zwiebeln fein hacken und Knoblauch zerdrücken. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebeln glasig dünsten, Knoblauch hinzufügen und kurz anschwitzen. Tomatenmark einrühren.
Alles zusammenführen
Bohnen, Fleisch, Lorbeerblätter und etwas vom Kochwasser in den Topf geben. Alles gut vermengen und bei niedriger Hitze etwa 90 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch umrühren und bei Bedarf Flüssigkeit nachgießen.
Würste hinzufügen
Chouriço und Morcela in Scheiben schneiden und etwa 20 Minuten vor Ende der Garzeit unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Beilagen zu Feijoada richtig zubereiten
Reis
Der Reis wird klassisch in Salzwasser gekocht. Er sollte locker und neutral bleiben, um die kräftige Feijoada auszugleichen.
Couve Galega
Den Kohl in feine Streifen schneiden und kurz in Salzwasser blanchieren. Danach abgießen. Er wird separat serviert oder direkt auf dem Teller neben der Feijoada angerichtet.
Regionale Varianten der Feijoada
Portugal kennt zahlreiche Abwandlungen dieses Gerichts:
- Feijoada à Transmontana: besonders deftig, mit mehr Würsten
- Feijoada de Chocos: mit Tintenfisch, vor allem an der Küste
- Feijoada de Feijão Branco: mit weißen Bohnen und leichterem Geschmack
Diese Vielfalt zeigt, wie tief das Gericht in der portugiesischen Esskultur verankert ist.
Nährwerte und Sättigung
Feijoada ist sehr sättigend. Bohnen liefern pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe. Fleisch und Wurst sorgen für Energie und Geschmack. Aufgrund des Fettgehalts wird sie traditionell nicht täglich gegessen, sondern bewusst als kräftige Mahlzeit eingeplant.
Getränkeempfehlung
Traditionell wird zur Feijoada ein roter Vinho Verde oder ein junger Rotwein aus dem Douro serviert. Alternativ passt auch ein einfaches Glas Wasser oder Mineralwasser.
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