Wer Mitte September 2026 nach Portugal reist, kann sich vielerorts noch auf sommerliches Wetter freuen. Allerdings gibt es derzeit einige Punkte, die Reisende kennen sollten. Besonders wichtig sind die weiterhin hohe Waldbrandgefahr, aktuelle Einschränkungen bei einigen Bahnverbindungen sowie Änderungen und Probleme beim neuen europäischen Ein- und Ausreisesystem EES.
Auch Autofahrer sollten an diesem Wochenende auf einzelne Straßensperrungen achten.
Hier findest du die wichtigsten Portugal Reise-News vom 17. September 2026 auf einen Blick.
Waldbrandgefahr bleibt in Portugal sehr hoch
Obwohl wir inzwischen Mitte September haben, ist die Waldbrandsaison in Portugal noch nicht vorbei.
Am heutigen Donnerstag, dem 17. September 2026, besteht in mehr als 30 Gemeinden Portugals die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Besonders betroffen sind Gebiete in den Distrikten Guarda, Castelo Branco, Santarém, Leiria, Portalegre und Faro.
Damit gehört auch ein Teil der Algarve zu den Regionen mit sehr hoher beziehungsweise maximaler Waldbrandgefahr.
Nach Angaben des portugiesischen Wetterdienstes IPMA liegt die Brandgefahr außerdem in fast allen Gemeinden auf dem portugiesischen Festland mindestens auf einem hohen oder sehr hohen Niveau. Die Situation könnte in einigen Regionen noch bis in die kommende Woche angespannt bleiben.
Die portugiesische Zivilschutzbehörde ANEPC führt seit dem 14. September außerdem einen aktiven Hinweis wegen der Gefahr ländlicher Brände.
Für Portugalreisende bedeutet das nicht, dass Reisen grundsätzlich problematisch sind. Wer jedoch Wanderungen, Ausflüge ins Landesinnere oder Fahrten durch größere Waldgebiete plant, sollte die Situation vorher kontrollieren.
Vor allem offene Feuerstellen und andere mögliche Zündquellen müssen selbstverständlich vermieden werden. Außerdem können bei besonders hoher Brandgefahr Zugänge zu Waldgebieten zeitweise eingeschränkt werden.
Mehrere Brandeinsätze am 17. September
Auch am Morgen des 17. September wurden mehrere Feuerwehreinsätze gemeldet.
Eine auf Daten der portugiesischen Zivilschutzbehörde basierende Übersicht meldete am Vormittag unter anderem Einsätze beziehungsweise Nachlöscharbeiten bei Chaves im Distrikt Vila Real, Vieira do Minho im Distrikt Braga und Sintra im Großraum Lissabon.
Dabei muss man allerdings unterscheiden: Nicht jeder dort aufgeführte Einsatz bedeutet einen großen unkontrollierten Waldbrand. Einige Meldungen betreffen bereits Nachlöscharbeiten oder die Überwachung zuvor bekämpfter Feuer.
Für Reisende ist deshalb weniger die reine Anzahl der gemeldeten Feuer entscheidend. Wichtiger ist, ob Straßen gesperrt werden oder die Behörden vor Reisen in bestimmte Gebiete warnen.
Wetter in Portugal: warm, trocken und teilweise windig
Das Wetter zeigt sich am 17. September auf dem portugiesischen Festland überwiegend freundlich.
Der IPMA meldete am frühen Donnerstagmorgen für die portugiesischen Distrikte überwiegend keine offiziellen Wetterwarnungen. Auch für die Inselgruppen der Azoren bestanden zu diesem Zeitpunkt keine entsprechenden Warnungen.
Auf dem portugiesischen Festland werden Höchsttemperaturen von ungefähr 22 Grad in Aveiro bis 32 Grad in Évora und Beja erwartet.
An der Westküste sowie in höheren Lagen kann dagegen kräftiger Wind auftreten. Gerade dieser Wind trägt zusammen mit den trockenen Böden zur weiterhin hohen Waldbrandgefahr bei.
Für Urlauber an der Algarve bleibt das Wetter damit weiterhin sommerlich. Trotzdem sollte man Mitte September nicht automatisch davon ausgehen, dass die große Hitze des Hochsommers vorbei ist.
Gerade im Alentejo und im Landesinneren können die Temperaturen weiterhin deutlich über 30 Grad steigen.
Bahnreisen: Einschränkungen auf mehreren Strecken
Wer Portugal mit der Bahn erkundet, sollte derzeit genauer auf die Verbindung schauen.
Die portugiesische Bahngesellschaft CP meldet aktuell Störungen auf der Linha do Alentejo zwischen Casa Branca und Beja. Die Meldung wurde am 16. September aktualisiert.
Das ist besonders für Reisende interessant, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Beja und durch den Alentejo fahren möchten.
Auch auf der Linha da Beira Baixa bestehen noch Einschränkungen. Laut CP soll der Zugverkehr dort am 20. September 2026 wieder aufgenommen werden.
Darüber hinaus gibt es bei den Stadtzügen im Großraum Porto zwischen dem 15. und 19. September Änderungen bei den Bahnsteigen.
Wer in den nächsten Tagen mit der CP unterwegs ist, sollte deshalb kurz vor der Fahrt noch einmal die Verbindung kontrollieren.
Das gilt besonders für längere Fahrten quer durch Portugal.
Ersatzbus für einen Intercidades-Zug
Eine weitere Einschränkung betrifft den Intercidades 529 auf der wichtigen Nordstrecke.
Nach Angaben der CP wird für diese Verbindung samstags bis zum 17. Oktober ein Ersatzbus eingesetzt.
Solche Änderungen sind für Urlauber schnell ärgerlich, wenn Anschlussverbindungen oder feste Termine geplant sind.
Deshalb mein Tipp: Bei längeren Bahnreisen momentan etwas zusätzliche Zeit einplanen und die Verbindung am Reisetag noch einmal direkt bei der CP prüfen.
A4 bei Porto: Nächtliche Sperrungen am Wochenende
Auch Autofahrer müssen mit einer kleineren Einschränkung rechnen.
Die Autobahngesellschaft Brisa hat angekündigt, am Autobahnknoten Baltar an der A4 Zufahrten zeitweise zu sperren.
Die Arbeiten finden in den Nächten von Donnerstag auf Freitag, 17. auf 18. September, sowie Freitag auf Samstag, 18. auf 19. September, statt.
Die Sperrungen gelten jeweils zwischen 21:00 und 07:00 Uhr. Betroffen sind Verbindungen am Knoten Baltar auf der Strecke zwischen Porto und Amarante beziehungsweise in Gegenrichtung. Umleitungen sollen ausgeschildert werden.
Für die meisten Urlauber dürfte das nur eine kleine Einschränkung darstellen. Wer jedoch nachts von Porto Richtung Amarante oder weiter ins Douro-Gebiet fährt, sollte etwas zusätzliche Zeit einplanen.
Neues EES sorgt weiterhin für Diskussionen
Eine der interessantesten Nachrichten für internationale Portugalreisende betrifft momentan das europäische Entry/Exit System – kurz EES.
Das System erfasst bei Reisenden aus bestimmten Nicht-EU-Staaten unter anderem biometrische Daten bei der Ein- und Ausreise.
Portugal hatte das EES schrittweise seit Oktober 2025 eingeführt. Nach offiziellen portugiesischen Angaben ist das System seit dem 10. April 2026 an den portugiesischen Luft- und Seegrenzen vollständig umgesetzt.
Allerdings läuft die praktische Umsetzung innerhalb Europas offenbar weiterhin nicht überall problemlos.
Mehrere europäische Staaten haben im September 2026 gegenüber der EU weiteren Anpassungsbedarf bei den Grenzkontrollen angemeldet. Dazu gehört auch Portugal. Hintergrund sind unter anderem mögliche lange Wartezeiten an stark frequentierten Flughäfen.
Für deutsche Portugalurlauber ist das normalerweise kein großes Thema, solange sie als EU-Bürger innerhalb der entsprechenden europäischen Regelungen reisen.
Interessant ist das EES dagegen beispielsweise für Reisende aus Großbritannien, den USA und anderen Drittstaaten.
Portugal setzt auf die „Travel to Europe“-App
Portugal gehört gleichzeitig zu den Ländern, die versuchen, die neuen Grenzkontrollen technisch zu beschleunigen.
Dafür wurde die App Travel to Europe eingeführt.
Reisende aus Drittstaaten können darüber bereits vor ihrer Ankunft bestimmte Informationen eingeben. Anschließend wird ein QR-Code erstellt, der bei entsprechend ausgestatteten Kontrollstellen verwendet werden kann.
Die App ersetzt die Grenzkontrolle nicht. Sie soll jedoch Teile der Datenerfassung vorbereiten und damit die Abfertigung beschleunigen.
Portugal hatte die Anwendung zunächst am Flughafen Lissabon eingeführt und eine spätere Ausweitung auf weitere portugiesische Flughäfen angekündigt.
Gerade Reisende aus Großbritannien sollten das Thema vor dem Abflug im Auge behalten.
Neue Rechte für Fahrgäste in Portugal
Eine weitere interessante Änderung ist erst Anfang September in Kraft getreten beziehungsweise veröffentlicht worden.
Portugal hat mit dem Decreto-Lei n.º 173/2026 vom 1. September die Rechte von Fahrgästen im öffentlichen Verkehr neu geregelt.
Die Vorschriften schaffen einen gemeinsamen Schutzrahmen für verschiedene Verkehrsmittel. Dazu gehören unter anderem Bahn, Bus, Metro, Straßenbahn sowie bestimmte maritime und Flussverbindungen.
Neu geregelt werden beispielsweise Fragen rund um Hilfeleistungen für Fahrgäste sowie die Beförderung von Gepäck und Haustieren.
Für Touristen ist das durchaus interessant. Gerade bei Reisen ohne Mietwagen spielen Bahn, Metro und Bus in Städten wie Lissabon und Porto eine große Rolle.
Kurtaxe nicht vergessen
Wer seine Portugalreise plant, sollte außerdem die örtlichen Tourismusabgaben berücksichtigen.
Inzwischen erheben zahlreiche portugiesische Gemeinden eine solche Abgabe. Die Höhe unterscheidet sich je nach Ort.
In Lissabon beträgt die Touristensteuer aktuell 4 Euro pro Person und Übernachtung. Berechnet werden maximal sieben Nächte pro Aufenthalt.
In Porto beträgt die Tourismusabgabe 3 Euro pro Übernachtung. Kinder bis einschließlich zwölf Jahre sind dort von der Abgabe befreit. Daneben gibt es weitere Ausnahmen.
Auch zahlreiche andere portugiesische Gemeinden verlangen inzwischen eine Touristensteuer. Deshalb lohnt sich vor der Buchung ein Blick auf die Bedingungen des jeweiligen Urlaubsortes.
Was Portugalreisende am 17. September beachten sollten
Insgesamt gibt es aktuell keinen Grund, von einer normalen Portugalreise abzusehen. Internationale Reisehinweise stufen Portugal weiterhin grundsätzlich als Reiseziel ein, bei dem die üblichen Sicherheitsmaßnahmen ausreichend sind.
Trotzdem gibt es Mitte September einige Dinge, die man nicht ignorieren sollte.
Am wichtigsten bleibt momentan die Waldbrandgefahr. Sie ist in Teilen Portugals trotz des nahenden Herbstes weiterhin sehr hoch.
Wer mit der Bahn unterwegs ist, sollte seine Verbindung kontrollieren. Das gilt momentan besonders für Reisen durch den Alentejo und auf der Beira-Baixa-Strecke.
Autofahrer rund um Porto sollten die nächtlichen Arbeiten an der A4 bei Baltar beachten.
Wer dagegen aus Deutschland mit dem Flugzeug nach Portugal reist, kann seine Reise grundsätzlich wie gewohnt antreten. Deutsche beziehungsweise andere EU-Bürger sind von den EES-Regelungen für Drittstaatsangehörige nicht in gleicher Weise betroffen.
Und ansonsten?
Mitte September ist für mich ohnehin eine interessante Reisezeit für Portugal. Die größte Urlaubswelle ist langsam vorbei, gleichzeitig kann das Wetter an der Algarve, im Alentejo und in vielen anderen Regionen noch richtig sommerlich sein.
Nur beim Thema Waldbrand sollte man weiterhin aufmerksam bleiben.
Wichtige Quellen und weiterführende Links
Aktuelle Wetterwarnungen gibt es beim portugiesischen Wetterdienst IPMA.
Informationen zu Waldbrandgefahr und Katastrophenschutz veröffentlicht die portugiesische Zivilschutzbehörde ANEPC.
Aktuelle Fahrpläne und Verkehrsmeldungen findest du bei CP – Comboios de Portugal.
Informationen zum neuen EES und zur Einreise nach Portugal stellt außerdem die portugiesische Regierung im aktualisierten Reiseführer für Portugal bereit.
Für Reisende aus Drittstaaten gibt es offizielle Informationen zur Travel to Europe App.
Du planst gerade deine Portugalreise? Dann schau regelmäßig auf costa-portugal.de vorbei. Hier findest du aktuelle Informationen, Reiseziele und persönliche Tipps rund um Portugal. Und wenn du bereits vor Ort bist: Genieße Portugal, aber informiere dich bei Ausflügen ins Landesinnere momentan unbedingt über die aktuelle Waldbrandlage.